Wie Sie feststellen können, ob Sie an PIH oder Melasma leiden: Ein nicht-klinischer Diagnoseleitfaden

13. April 2026 durch
Wie Sie feststellen können, ob Sie an PIH oder Melasma leiden: Ein nicht-klinischer Diagnoseleitfaden
LASART S.R.L.

Sie haben nach einer Laserbehandlung, einer Entzündung oder einem Sommer in der Sonne dunkle Flecken auf Ihrer Haut bemerkt. Das Erscheinungsbild ist ähnlich – eine Stelle, die dunkler als Ihr natürlicher Hautton ist und mehr oder weniger scharfe Ränder aufweist, doch die Ursache, das Verhalten im Laufe der Zeit und die Reaktion auf eine Behandlung können völlig unterschiedlich sein.

PIH und Melasma gehören zu den häufigsten Formen erworbener Hyperpigmentierung und werden selbst von Hautpflegeexperten oft verwechselt. Zur Unterscheidung ist keine klinische Diagnose erforderlich: Es genügen einige gezielte Fragen, das Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen und eine sorgfältige Untersuchung des Hautbildes.

Dieser Leitfaden soll Ihnen als Orientierungshilfe dienen – er ersetzt nicht den Rat eines Dermatologen, sondern soll Ihnen helfen, mit einem besseren Verständnis Ihrer Situation zu einer Beratung (oder Produktauswahl) zu gelangen.


Was sie sind und wie sie entstehen

PIH – postinflammatorische Hyperpigmentierung

PIH (postinflammatorische Hyperpigmentierung) ist eine Hautreaktion auf eine Entzündung. Immer wenn Hautgewebe Stress ausgesetzt ist – sei es durch eine Laserbehandlung, Akne, Abschürfungen oder eine allergische Reaktion, können die Melanozyten im betroffenen Bereich als Schutzreaktion vermehrt Melanin produzieren.

Das Ergebnis ist eine dunklere Stelle, die nach Abklingen der Entzündung sichtbar wird. Streng genommen handelt es sich nicht um einen dauerhaften Schaden: Bei konsequentem Sonnenschutz und der richtigen Pflege bildet sich die postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) in den meisten Fällen mit der Zeit zurück. Wie lange dies dauert, hängt von der Pigmentierungstiefe, dem Hauttyp und der zwischenzeitlichen Sonneneinstrahlung ab.

Dunklere Phototypen (IV–VI nach der Fitzpatrick-Skala) neigen eher zu PIH und weisen im Allgemeinen längere Regressionszeiten auf, bedingt durch eine höhere Dichte an Melanozyten und eine intensivere Entzündungsreaktion.

Zu den häufigsten Auslösern zählen: Laserhaarentfernung, Photorejuvenation, fraktionierter CO₂-Laser, Säurebehandlungen, entzündliche Akne und Insektenstiche. Weitere Informationen zu den spezifischen Mechanismen von Laserbehandlungen finden Sie im Artikel über Hyperpigmentierung nach Laserbehandlungen.


Melasma – hormonell und lichtbedingte Hyperpigmentierung

Melasma hat eine andere Natur. Es entsteht nicht durch ein einzelnes lokales Ereignis, sondern durch die chronische Aktivierung von Melanozyten als Reaktion auf hormonelle Faktoren und UV-Strahlung.

Östrogene – körpereigene oder exogene, wie sie beispielsweise in oralen Kontrazeptiva vorkommen – erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Melanozyten gegenüber ultraviolettem Licht, was zu einer weitverbreiteten und anhaltenden Melaninproduktion führt. Daher tritt Melasma häufiger bei Frauen im gebärfähigen Alter, während der Schwangerschaft oder nach Beginn einer Hormontherapie auf.

Im Gegensatz zu PIH weist Melasma häufig auch eine dermale Komponente auf (zusätzlich zur epidermalen), was es therapieresistenter macht. Es bildet sich nicht spontan zurück, solange die Auslöser nicht beseitigt werden – und selbst dann reicht die Sonneneinstrahlung aus, um ein erneutes Auftreten zu bewirken.


5 Fragen, um den Typ zu bestimmen

Diese Fragen ersetzen keine dermatologische Diagnose, helfen Ihnen aber, Ihre Situation besser zu verstehen.

Frage 1: Sind die Flecken nach einem Eingriff oder einer Entzündung aufgetreten?

Wenn Sie ein bestimmtes Ereignis ausmachen können – eine Laserbehandlung, einen Akneschub, eine Verbrennung, eine Hautreaktion – und die Flecken in genau diesem Bereich in den darauffolgenden Wochen auftraten, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um PIH.

Melasma hingegen entwickelt sich allmählich, oft über Monate oder Jahre, ohne einen einzigen erkennbaren Auslöser. Betroffene erinnern sich selten an den genauen Zeitpunkt ihres Auftretens: „Es war schon vorher da“ oder „Es ist diesen Sommer schlimmer geworden“.

Antwort „Ja, nach einem bestimmten Ereignis“ → deutet auf PIH hin. 
Antwort „Ich erinnere mich an kein bestimmtes Ereignis“ → deutet auf Melasma hin.​

Frage 2: Sind die Punkte symmetrisch verteilt?​

Melasma tritt fast immer beidseitig und symmetrisch auf: Dieselben Bereiche verdunkeln sich auf beiden Gesichtshälften, wodurch ein spiegelbildlicher Effekt entsteht. Am häufigsten betroffen sind Wangen, Stirn, Oberlippe und Kinn – das sogenannte „Schmetterlingsmuster“.

PIH hingegen ist definitionsgemäß lokalisiert: Sie folgt der Ausbreitung der Entzündung oder des auslösenden Eingriffs. Wurde ein asymmetrischer Bereich mit dem Laser behandelt, ist auch der Fleck asymmetrisch. War die Akne einseitig, ist die Pigmentierung auf dieser Seite stärker ausgeprägt.

Symmetrisch und beidseitig → deutet auf Melasma hin. 
Asymmetrisch oder auf einen bestimmten Bereich beschränkt → deutet auf postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) hin.​

Frage 3: Verschlimmert sich die Pigmentierung in der Sonne rapide?

Beide Erkrankungen verschlimmern sich durch Sonneneinstrahlung – in dieser Hinsicht ähneln sie sich. Der Unterschied liegt in der Geschwindigkeit und Intensität der Reaktion.

Melasma reagiert schnell und deutlich auf die Sonne: Schon wenige Tage ungeschützter Sonneneinstrahlung können zu sichtbaren Verschlechterungen führen. Dies liegt daran, dass die Melanozyten bereits chronisch überaktiv sind und UV-Licht ausreicht, um ihre Produktion zu steigern.

PIH reagiert zwar auch auf Sonnenlicht, jedoch langsamer. Das Hauptproblem besteht darin, dass UV-Strahlen die natürliche Rückbildung des Flecks verlangsamen: Sie führen nicht unbedingt zu einer weiteren schnellen Verdunkelung, verhindern aber die Aufhellung.

Rasche und deutliche Verschlechterung in der Sonne → typisch für Melasma. 
Langsame Rückbildung oder Stagnation in der Sonne → typisch für postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH).​

Frage 4: Gab es in letzter Zeit hormonelle Veränderungen bei Ihnen?

Schwangerschaft, Beginn oder Wechsel der Einnahme oraler Kontrazeptiva, Hormonersatztherapie und Veränderungen des Menstruationszyklus: Diese Faktoren stehen in engem Zusammenhang mit Melasma und sind bei PIH nahezu irrelevant.

Wenn die Flecken im Zusammenhang mit einer hormonellen Veränderung auftraten oder sich verstärkten – selbst wenn nicht sofort, sondern erst in den folgenden Monaten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Melasma handelt, erheblich an.

Aktuelle oder kürzlich aufgetretene Hormonveränderungen → deuten auf Melasma hin. Keine erkennbaren Hormonveränderungen → eher auf schwangerschaftsinduzierte Hypertonie (PIH) hin.

Frage 5: Seit wann sind die Flecken aufgetreten?

PIH tritt in einem bestimmten Zeitfenster auf, das mit dem auslösenden Ereignis zusammenhängt: Sie manifestiert sich in den Wochen nach der Entzündung und heilt unter günstigen Bedingungen (konsequenter Sonnenschutz, Verwendung geeigneter Wirkstoffe) in der Regel innerhalb weniger Monate ab. Die Dauer variiert je nach Hauttyp und Pigmentierungstiefe zwischen 3 Monaten und 2 Jahren.

Melasma hat keinen zeitlichen Rahmen: Es kann jahrelang bestehen, schwankt tendenziell mit den Jahreszeiten (verschlimmert sich im Sommer, lässt im Winter nach) und bildet sich nicht spontan zurück.

Neu aufgetretene Flecken, die nach einem Ereignis entstehen und dazu neigen, wieder zu verblassen → PIH. Chronische Flecken, saisonale Schwankungen, Therapieresistenz → Melasma.


Wo sie vorkommen: die typischen Bereiche

Die anatomische Verteilung ist einer der nützlichsten Indikatoren.​

Postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) tritt genau dort auf, wo die Entzündung oder der Eingriff stattgefunden hat. Nach einer Laserhaarentfernung an Beinen oder Achseln befinden sich die Flecken in diesen Bereichen. Nach einer Laserbehandlung im Gesicht folgen sie dem Behandlungsplan. Nach Aknebehandlungen treten sie in den Bereichen auf, in denen die Hautläsionen vorhanden waren.

Melasma hingegen weist ein vorhersehbares Muster auf: Es ist fast immer auf das Gesicht beschränkt, mit einer Vorliebe für die Wangen (Malarregion), die Stirn, die Oberlippe und das Kinn. In selteneren Fällen kann es auch Hals und Dekolleté betreffen. Die Verteilung ist stets beidseitig.

Befinden sich die Flecken an Körperstellen, Armen oder Beinen, die bereits behandelt wurden, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH). Sind sie symmetrisch im Gesicht verteilt und lassen sich nicht eindeutig auslösen, ist Melasma die wahrscheinlichste Ursache.


Wie sie sich im Laufe der Zeit verhalten

Dies ist aus praktischer Sicht vielleicht der wichtigste Unterschied.

PIH kann sich spontan zurückbilden. Bei konsequentem Sonnenschutz und Vermeidung neuer Entzündungen hellt sich der Fleck in der Regel allmählich auf. Bei hellen Hauttypen (I–III) ist dieser Prozess innerhalb von 3–6 Monaten abgeschlossen. Bei dunkleren Hauttypen (IV–VI) kann er bis zu 18–24 Monate dauern, und das Risiko eines erneuten Auftretens bei weiteren Behandlungen ist höher.

Melasma ist eine chronische Hauterkrankung. Selbst wenn sie – dank des Winters und mangelnder Sonneneinstrahlung – abklingt, kehrt sie meist im ersten Sommer oder mit den ersten hormonellen Veränderungen zurück. Ohne aktive und kontinuierliche Behandlung ist eine dauerhafte Heilung unwahrscheinlich.


Was ist je nach Art zu tun?

Wenn Sie nach einer Laserbehandlung PIH haben

In der akuten Phase steht die Wiederherstellung der Hautbarriere und die Reduzierung verbleibender Entzündungen im Vordergrund. Unbehandelt erhöht sich bei diesen Zuständen das Risiko einer Hyperpigmentierung. In der Erholungsphase nach der Laserbehandlung werden regenerierende Produkte mit beruhigenden Inhaltsstoffen, wie beispielsweise  Epicalm Plus empfohlen, um die Heilung zu unterstützen, ohne die Haut zu überlasten.

Sobald die akute Phase abgeklungen ist, liegt der Fokus auf der Vorbeugung und Behandlung von Pigmentstörungen. Tranexamsäure zählt derzeit zu den am besten erforschten Wirkstoffen gegen postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH): Sie unterbricht die Signalübertragung zwischen Keratinozyten und Melanozyten, die zu einer Überproduktion von Melanin führt. Oleyl adapalenate, ein Retinoid der dritten Generation, beschleunigt die Zellerneuerung und ist dabei besser verträglich als herkömmliches Tretinoin – ein besonders wichtiger Aspekt für empfindliche Hauttypen

Sonnenschutz ist unerlässlich: Ohne ihn verliert jede Pigmentbehandlung ihre Wirksamkeit. Ein  täglicher Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50  ist die Grundlage jeder Anti-PIH-Behandlung.

Für einen integrierten Ansatz kombiniert  Lumicor Tranexamsäure, Cetyltranexamatmesylat und Oleyladapalenat in einer speziell für die Vorbeugung und Behandlung von postinflammatorischer Hyperpigmentierung entwickelten Formulierung und positioniert sich damit als moderne Alternative zu traditionellen Hydrochinon-basierten Protokollen.

Wenn Sie Melasma haben

Melasma erfordert einen strukturierteren und langfristigen Behandlungsansatz. Täglicher Sonnenschutz – auch in den Wintermonaten und an bewölkten Tagen – ist nicht optional, sondern Voraussetzung für die Wirksamkeit jeder anderen Behandlung.

Depigmentierende Mittel müssen konsequent angewendet werden. Tranexamsäure hat sich bei Melasma ebenfalls als wirksam erwiesen und weist ein deutlich besseres Sicherheitsprofil als Hydrochinon auf – das in Europa seit 2001 in Kosmetika verboten ist. Wenn Sie mehr über den Vergleich der Therapieansätze erfahren möchten, bietet der Artikel zum Behandlungsprotokoll für Melasma ohne Hydrochinon  einen wissenschaftlich aktuellen Überblick.

Für diejenigen, die die  Kligman-Formel bereits  verwendet haben oder nach einer modernen Alternative suchen, stellt die Kombination von Tranexamsäure mit Retinoiden der neuen Generation den fortschrittlichsten Standard in der Kosmetik von heute dar.

Die getönte Variante der  Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50  bietet einen doppelten Nutzen bei Melasma: Sie schützt vor UV-Strahlen und filtert dank der Eisenoxide in der Tönung auch hochenergetisches sichtbares Licht (HEV), das unabhängig von UV-Strahlung die Melanogenese anregen kann.


Wann sollte man einen Dermatologen aufsuchen

Dieser Leitfaden dient als Orientierungshilfe und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Es gibt Situationen, in denen es wichtig ist, professionellen Rat einzuholen:

  • Die Flecken wachsen schnell, verändern ihre Form oder haben unregelmäßige Ränder.
  • Die Farbe ist innerhalb desselben Flecks ungleichmäßig (dunklere, hellere, rötliche Bereiche).
  • Die Pigmentierung spricht nach 3–4 Monaten kontinuierlicher Anwendung auf keine Behandlung an.
  • Die Flecken treten an ungewöhnlichen Stellen auf (Handflächen, Fußsohlen, Schleimhäute).
  • Haben Sie Bedenken hinsichtlich einer familiären Vorbelastung mit Melanomen oder anderen Hauterkrankungen​

In diesen Fällen ermöglicht uns die Dermatoskopie, die verschiedenen Arten der Pigmentierung sicher zu unterscheiden und Erkrankungen auszuschließen, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen.


Häufig gestellte Fragen


Warum diese Unterscheidung wichtig ist

PIH und Melasma sind nicht dasselbe, auch wenn sie sich oberflächlich ähneln. Sie zu verwechseln, birgt das Risiko, einen Behandlungsansatz zu wählen, der den eigentlichen Mechanismus nicht berücksichtigt – und monatelange Behandlung ohne Erfolg zu verschwenden.

Wenn Sie die Art Ihrer Pigmentflecken kennen, können Sie eine gezieltere Pflegeroutine entwickeln, die richtigen Wirkstoffe auswählen und realistische Erwartungen hinsichtlich der Dauer der Besserung haben. Sonnenschutz ist in beiden Fällen der wichtigste Ausgangspunkt – alles andere baut darauf auf.

Wissenschaftliche Referenzquellen: Davis EC, Callender VD. Postinflammatory hyperpigmentation. J Clin Aesthet Dermatol. 2010; Ogbechie-Godec OA, Elbuluk N. Melasma: an Up-to-Date Comprehensive Review. Dermatol Ther (Heidelb). 2017; Passeron T et al. Melasma and photoprotection. J Am Acad Dermatol. 2013.

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